Mittwoch, 25. Mai 2016

4 Wochen USA!!! Oder: 1/6 ist schon wieder rum..




Ihr seid sicher gespannt, wie es uns hier in Seattle die ersten 4 Wochen ergangen ist.
Ich kann schon mal sagen, es gibt hier vieles, an das man sich gewöhnen könnte, einiges, das ich nie verstehen werde und so manches, das ich garnicht verstehen will ;)

Zuerst mal zu den Leuten hier:
Die meisten Leute sind hier wirklich super nett und aufgeschlossen. Jeder spricht einen im Supermarkt an, und erzählt was man doch für wunderschöne Kinder hat, fragt wo man her kommt und wie es uns hier gefällt.
Es sind wahnsinnig viele Nationalitäten hier versammelt. Wahnsinnig viele Inder und Asiaten, aber auch viele Europäer und Südamerikaner. Fremd fühlt man sich daher nicht wirklich, weil hier die wenigsten ihre Wurzeln haben.


Der Verkehr:
Da wir ja in einem Vorort von Seattle wohnen (ok...der ist so groß wie manch deutsche Stadt) haben wir hier eigentlich keinen richtigen Stadtverkehr. Die meisten Straßen sind 4-spurig und eine Ampel nach der anderen.
Die Fahrweise der Leute hier ist sehr gechillt. Kaum einer fährt schneller, als er darf, bei hellgelb wird schon gehalten, Spurwechsler um schneller voranzukommen gibt es so gut wie keine (ok..mein Mann ;))) und daher ist Autofahren hier wirklich easy. Das Navi kann dir hier genau sagen, wo Staus zu finden sind und die Ankunftszeit ist nahezu minutengenau.
Am meisten Angst habe ich vor ampellosen Kreuzungen :) 4 Stoppschilder, und der der zuerst ankam darf auch zuerst wieder losfahren. Das ist wie auf der Zulassungsstelle, nur dass es leider keine Zettel mit Nummern drauf gibt, die einem helfen ;) Wie beim Metzger, wenn man sich doch mal wieder nicht gemerkt hat, wer nach einem gekommen ist :))

Die Häuser:
Sehen wunderschön aus. Alles in skandinavischem Holzhauslook. Äh Holz? Nee alles Plastik..sieht man aber erst mal nicht. Das ist auch der Grund, warum hier Häuser in Verkaufsportalen oft außen hui und innen pfui sind ;)
Hier wird genauso schnell gebaut wie abgerissen. Am einen Tag steht noch ein riesiger Gebäudekomplex und 1 Woche später siehst du nichts mehr davon.

Das Essen:
Ja, das ist wohl der wichtigsten Punkt hier für uns.
Erst mal muss ich sagen, dass ich erstaunt bin, wieviele Organic Food Läden es hier gibt und auch jeder normale Supermarkt hat Organic Produkte im Sortiment. Dass Bio nicht gleich Bio ist, weiß ich auch, aber sich damit auch nich auseinander zu setzen würde den Rahmen echt sprengen. Grundsätzlich ist auf normalen Lebensmittel mehr zu lesen, was NICHT drin ist, als das was drin steckt. Da kommt es einem deutschen auch schon mal komisch vor, dass ein Orangensaft, der bei uns geöffnet 2-3 Tage später nicht mehr getrunken werden soll hier 7-10 Tage nach dem Öffnen verbraucht werden soll. Auch die Butter ist hier einfach mal 3-4 Monate haltbar. Da uns da auch absolut der Überblick fehlt, haben wir uns entschlossen überwiegend Bio zu kaufen.

Recycling oder so ähnlich:
Das Recycling war für mich erst mal eine riesige Umstellung. Es gibt nur 2 Tonnen. Abfall und Recycling. erst dachte ich: Häh, die können doch nicht... aber sie können und das hat auch seinen Grund. In die Abfalltonne kommen alle organischen Abfälle und alles was schmutzig ist. Ins Recycling alles andere... Plastik, Glas Papier, Karton etc.. Und das nicht, weil die nicht auf die Umwelt achten, sondern, weil Maschinen wohl besser trennen, als der Mensch...
(Das Thema Plastiktüten bekommt hier nich mal einen eigenen Rahmen)

Plastiktüten:
Stellt sich bei euch auch das schlechte Gewissen ein, wenn ihr im Supermarkt doch mal eine Plastiktüte nehmen müsst, weil ihr eure Tasche oder den Korb vergessen habt? Bei mir ist es zumindest so. Und hier?!
Ich sag euch...dass wir Deutschen auf Plastiktüten verzichten ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein!!! Ich hätte es nie für möglich gehalten, wieviele Plastiktüten hier pro Einkauf im Kofferraum landen. Und dann ist es nicht so, dass man diese wiederverwenden könnte, meistens sind sie so fläderig und löchrig, dass sie wirklich nur noch ins Recycling gehören.
Ein Beispiel:
Man kaufe
2 2l Flaschen Wasser
1 Kanister Milch
1 Brot (das in Papierverpackt ist)
was denkt ihr mit wievielten Tüten kommt ihr standardmäßig aus dem Geschäft?
Eine? Kanister nimmt man so mit, Brot auch und evtl 1 Tüte für die 2 Flaschen??
NEIN!!!
2 Tüten für die Flaschen damit es nicht reißt!!!
1 Tüte für den Kanister (häääähhhh???)
und eine für das tolle in Papier eingepackte Brot...
ungeheuerlich sag ich euch.
Es gibt auch Geschäfte, in denen Papiertüten angeboten werden, aber das ist echt die Seltenheit.
Auch wenn es wenig Sinn zu machen scheint, wir wollen die Welt natürlich ein Stückchen besser machen:
"NO BAGS, PLEASE!!!" Wir haben unsere Taschen dabei. HÄÄÄÄHHH?! - JA!!!


Kindergarten:
Das der Kindergarten hier die Preschool ist und die Vorschule Kindergarten heißt ist zwar verwirrend - aber wir sind ja anpassungsfähig ;)
Wie oft habt ihr euch schon über die Kindergartengebühren geärgert? Da zahlt man schon so viele Steuern und dann auch noch den Kiga...
Es geht auch anders!!! Nämlich hier.
Hier zahlt man mal gut 200$ die Woche (!!!) für einen Halbtagsplatz in der Preschool. Beginn 9:30 Ende 13:30 Uhr. Es geht aber natürlich auch noch teurer. 1200$/Monat für Halbtags und 1800$ Ganztags sind keine Seltenheit.

Freizeit:
Oder: Was macht ihr eigentlich den ganzen TAG?!
Da die Kinder 3 Vormittage in der Preschool sind, und es auch sehr genießen hier im Haus zu spielen, verbringen wir die Nachmittage in der Regel auf den Spielplätzen in den Parks. Wir machen quasi Park-Hopping und lernen so die Gegend recht gut kennen. Die Parks und Playgrounds sind hier durchweg top in Schuss und super gepflegt. Ich habe selten so abwechslungsreiche und kreative Spielplätze gesehen wie hier, keiner gleicht dem anderen und überall gibt es Highlights. An den Wochenenden gehen wir viel wandern. Wir hatten auch schon einige echt schöne Tage, die wir an einem der vielen Beachparks am Lake Washington oder Lake Sammamish verbracht haben. Bei Regenwetter zieht es uns meist in die Malls oder die vielen Outlets die es hier gibt.

Ja, das waren so die ersten Eindrücke von der NEUEN WELT.
Wir fühlen uns hier pudelwohl und genießen die Zeit die wir hier als Familie haben sehr.

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